Chronik

des

Schützenvereins Eintracht Groß Thondorf und Umgebung e.V.

 

Der Schützenverein Eintracht Groß Thondorf und Umgebung e.V. ist 2003 75 Jahre alt geworden. Nur wenige Vereine können auf eine solch lange Tradition zurückblicken. 75 Jahre sind ein gutes Menschenleben. In diesen Jahren haben wir die Tradition unseres Vereines gepflegt und weiter entwickelt. Wir sind überzeugt davon, dies auch gut gemacht zu haben. Hierzu fällt uns ein Zitat von Kurt Tucholsky (dt. Schriftsteller, 1890-1935) ein: „Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.“ Die Gründungsphase ist bei unseren Vorfahren vielleicht etwas widersprüchlich verlaufen. In unserem bis heute fast lückenlos geführten Protokollbuch ist als erste Versammlung die Generalversammlung vom 22. Februar 1930 protokolliert. Allerdings hat man im durchnummerierten Protokollbuch ausreichend Seiten freigelassen, die allerdings nie mit Leben gefüllt wurden.

Der erste Schützenkönig unseres Vereines, Hans Wiegand, wurde 1929 ausgeschossen. Man erkennt, dass wir schon immer ein Feierverein waren. Dieses Jahr fand später in unseren Wappen Platz. Wie eine eitle Dame wollten wir zunächst unser wahres Alter verschleiern. Die Anfänge unseres Vereins gehen aber in das Jahr 1928 zurück. Konsequent feierten unsere Vorfahren dann auch 1953, zu einer Zeit, in der noch viele aus der Gründungsphase dabei waren, das 25-jährige und 1978 das 75-jährige Jubiläum. Lediglich das 10-jährige Bestehen wurde 1939 gefeiert. So wie ich das Protokollbuch verstehe, machte man sich darüber bereits von dem Schützenfest 1938 Gedanken, wollte das Bestehen dann aber zusammen mit einer Fahnenweihe im Folgejahr feiern. Was in diesen Jahrzehnten in unserem Verein alles geschehen ist, kann ich hier aus Platzgründen natürlich nicht wiedergegeben werden. Erlauben Sie mir, dass ich hier nur einige wenige Daten anführe: 1928-1937 In dieser Zeit entwickelte sich unser Verein unter dem Vorsitz von Paul Baggendorf 1937. Die Nazi-Zeit erreichte leider auch unseren Schützenverein. Der Verein musste nunmehr entsprechend der Ideologie von einem Vereinsführer geführt werden. Daher wählte unser Verein auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 22. November1937 Paul Baggendorf zum Vereinsführer.

 

  • 1939 Letztes Schützenfest vor dem Krieg
  • 1939-1950 40, 41, 42 Kaum Veranstaltungen, nur Generalversammlung dann Pause
  • 1950 Generalversammlung am 22. Juni 1950; Wahl von Richard Niemann zum 1. Vorsitzenden
  • 1953 25-jähriges Jubiläum 1954 Beschluß, dem deutschen Schützenbund beizutreten
  • 1956 König bemängelt die Diziplin beim Reden!
  • 1959 Das Königsessen wird nicht mehr vom König bezahlt!
  • 1962 Es wurde beschlossen, einen neuen Schießstand zu bauen!
  • 1963 Schützenfest erstmals am Sonnabend und Sonntag!
  • 1968 König zu Uffz nach reger Diskussion
  • 1973 Helmut Schulz folgt Richard Niemann als Vorsitzender
  • 1975 Auch Kinder von Nichtmitglieder durften Kinderkönige werden
  • 1978 50-jähriges Jubiläum 1982 Richard Niemann wird Ehrenkommandeur; Wilfried Harms Kommandeur
  • 1983 Erweiterung des Schießstandes auf sechs Bahnen
  • 1993 Erweiterung unseres Unterstandes am Schießstand
  • 2003 75-jähriges Jubiläum

Doch wir bieten mehr als unser Vereinsleben.

Unsere Veranstaltungen haben sich etabliert und einen festen Platz in der Dorfgemeinschaft eingenommen. Die guten Kontakte zu anderen Vereinen und zu den Nachbarn, auch über die Kreisgrenzen hinaus, werden gepflegt. Viele Erinnerungen sind mit den ungezählten Veranstaltungen und den handelnden Menschen verbunden. Diese Menschen vermögen es immer wieder neu, Menschen für Groß Thondorf und uns zu begeistern. Die Menschen, von denen leider heute auch viele nicht mehr unter uns sind, sind es, die unsere Geschichte geschrieben haben. Stellvertretend für viele andere möchten wir hier an Richard Niemann erinnern, der unserem Verein 23 Jahre vorstand.

Von Zeit zu Zeit behaupten Kritiker, das Schützenwesen diene nur der Geselligkeit. Das ist nicht richtig. Das Schützenwesen ist ein bunter und besonders lebendiger Teil unserer Kultur. Die Schützenvereine sind eingebunden in das heimatliche Geschehen, in das Fühlen und Denken der Menschen, in unser Denken und Fühlen. Die Menschen werden durch ihre Umgebung geprägt wie sie selbst ihr Umfeld beeinflussen. Diese Verbindung ist es auch, die einen Verein wie unseren lebendig und dynamisch erhält. Wir wünschen unserem Verein, dass das auch zukünftig so sein wird.

Wir werden unseren Teil dazu beitragen und fordern alle Bewohner der Gemeinde Himbergen, insbesondere die Freunde des Schützenvereins Eintracht Groß Thondorf und Umgebung e.V. und unsere Vereinsmitglieder auf, ihren Teil dazu beizutragen.

 

 

Groß Thondorf, den 12.12.2004

Der Vorstand